Zwei-Tage-Wanderung Alaverdi-Haghpat: Route zwischen Industrieromantik und armenischer Klosterkultur

© Foto: Helga Scheichelbauer, Alaverdi – Industriedenkmal von morgen?

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Zu Fuß durch Geschichte und Natur!

Erlebe eine leichte bis mittelschwere Zwei-Tage-Wanderung in Armenien von Alaverdi nach Haghpat mit einer Übernachtung in Sanahin. Entdecke den Geheimtipp Alaverdi, genieße dramatische Ausblicke über die Debed-Schlucht und staune über UNESCO-Weltkulturerbe wie das Sanahin-Kloster und den Haghpat-Klosterkomplex.

von Reisefüchsin Helga Scheichelbauer

Tag 1: Start Alaverdi – Sanahin Übernachtung

Anfahrt per Maschrutka aus Jerewan. Rund 90 Minuten Aufstieg. Zu sehen gibt es: eine stillgelegte Kupfermine, Armenische Kloster, die Naturschönheit Debed-Schlucht

Tagesetappe: Alaverdi – Sanahin, Dauer: 1,5 Std (Gehzeit) / 3,8 km / 300 Höhenmeter

Die Wanderstrecke startet in dem nordarmenischen Städtchen Alaverdi, das aus Jerewan täglich per Maschrutka mit einer Ankunft am Nachmittag erreichbar ist. Die ehemalige Kupferabbaustätte Alaverdi liegt mitten einer Gebirgsschlucht an der Debed. Den Fluss Debed überquerst Du an der Steinbrücke Sanahin nahe der Hauptstraße, unweit der örtlichen Bushaltestellen. Unmittelbar hinter der Brücke beginnt der Aufstieg zum UNESCO Weltkulturerbe Kloster Sanahin, nachdem auch die historische Brücke benannt ist. Der markierte Pfad verläuft in Serpentinen und bietet immer wieder malerischen Ausblick auf das kupferhaltige Gebirge als auch auf das historische Bergbaustädtchen Alaverdi. Wie eine Einheimische erzählt, transportierten einst Kühe und Esel diverse Lasten über diesen Erdweg. Der Aufstieg nach Sanahin ist aufgrund der Serpentinen trotz der rund 300 Höhenmeter leicht zu bewältigen und dauert an die 90 Minuten. Nur an regenreichen Tagen kann es rutschig werden. Schuhe mit Profil auf der Sohle sind dann sehr hilfreich. Reisefuchs Tipp: Vor dem Aufstieg in Alaverdi mit Proviant für zwei Tage eindecken!

Einmal oben angelangt können einem in dem Bergdorf freilaufende Nutztiere begegnen. Oftmals grasen dort Schweine, Pferde oder Kühe auf den Grünflächen nahe den Häusern. Auf keinen Fall dürfen Reisefüchse das Kloster aus dem 10.Jhdt Sanahins außer Acht lassen. Es zählt zum UNESCO Kulturerbe. Mit Glück ist sogar der Glockenturm zur Besteigung geöffnet. Vormittags sind oftmals gregorianische Gesänge aus der Messeräumlichkeit zuhören. Das sorgt für spirituelle Stimmung, während Deiner Besichtigung zwischen zugänglichen Klostermauern. Außer Acht lassen kannst Du aber aufdringliche Souvenirverkäuferinnen oder den Kreisler mit seinen überteuerten Preisen nahe der Klosteranlage. In dem Dorf gibt es einige Übernachtungsmöglichkeiten. Als Reisefüchsin verbrachte ich die Nacht im Potteryhouse. Die Gastgeber – Mutter und Tochter sind Fuchsliebe Menschen. Armenier trinken zum Frühstück üblicherweise Tee. Das liebenswerte Mütterchen scheute allerdings keine Mühe der Reisefüchsin einen Kaffee mit Milch zubereiten. Das Frühstück in der Unterkunft ist nahrhaft genug, um den grundlegenden Fuchshunger für den Tag zu stillen. Darüber hinaus kannst Du im Potteryhouse Deine Souvenirs selber herstellen und Workshops im Töpfern oder Teppich knüpfen belegen. Wer die Route in zwei Tagen schaffen möchte, sollte allerdings noch am Vormittag aus Sanahin die Wanderschaft fortsetzen.

Tag 2: Sanahin – Anker – Burgruine Kayan – Haghpat – Rück- oder Weiterreise


Die drei Etappen-Wanderung dauert einen vollen Tag. Für den ersten Fußmarsch von Sanahin nach Anker brauchst Du gute zwei Stunden.

Erste Etappe: Sanahin – Anker, Dauer: 1,5 Std (Gehzeit) / 4,3 km / 100 Höhenmeter

Die Strecke bis zum nächsten Halt in Anker verläuft über die Kirchenruine St. Karapet, übersteigt eine nicht nennenswerte Tiefe und dauert etwa zwei Stunden. Bei Bedarf kannst Du hier im örtlichen Hostel übernachten. Dieser Reisefuchsbau lässt sich mit der späten Ankunftszeit aus Jerewan allerdings nicht vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Jedenfalls können sich Wanderer in Anker mit weiterem Proviant beim Kreisler nebst der Kirche versorgen – Reisefuchs Tipp: Probiere das Sandwich Eis! Vor der Kirche findet sich ein guter Platz zum Picknicken. Außerdem bietet diese Stelle einen guten Ausblick auf das umliegende Gebirge.

Auf dem Weg nach Anker begegnest Du Schmetterlingen sowie einer Kirchenruine.

Zweite Etappe: Anker – Abstecher zur Burgruine Kayan – Haghpat, Dauer: 2 Std (Gehzeit) /  2×200 Höhenmeter

Der mit 200 Höhenmeter zu überwindender Abstecher zur Burg Kayan bietet malerische Ausblicke. Aus Anker gehst Du bis zur Burgruine eine gute Stunde, anschl. eine weitere bis nach Haghbat. Um die Festung zu erreichen, müssen Wanderer tatsächlich das hiesige Kayanbed Resort bis ans Ende der Terrasse durchkreuzen. Ebenda befindet sich eine abwärtsverlaufende Treppe, die wiederum in den Wanderweg mündet. Über eine tiefergelegene Ebene geht es dann nochmals bergauf zur Sehenswürdigkeit, von der Du einen dramatischen Ausblick haben kannst.

Von Kayan nach Haghbat muss der ganze Weg über das Ressort wieder zurückgelegt werden. Bei dem Ressort folgst Du einmal mehr dem Erdweg – dieses Mal runter zum Fluss nebst der Hauptstraße, die Du über eine alte Steinbrücke erreichst. Gleich bei der Brücke ist eine Kreuzung. Dort befindet sich eine Bushaltestelle als auch die Asphaltstraße rauf zum Kloster Haghpat. Wenn Du Glück hast und der Bus nach Haghpat gerade angerollt kommt, dann steig ein! Der Marsch über die Bergstraße ist eher trostlos und anstrengend zumal es keine schattenwerfenden Bäume gibt, die einem vor brennender Sonne schützen.

Reisfuchs Tipp: Kappe sowie langärmlige Hemden schützen vor Sonne und brauchen kein ständiges Einschmieren.

Das Ziel Haghpat anzusteuern, lohnt sich allemal. Diese Klosteranlage aus dem zehnten Jahrhundert ist so gut wie im Original erhalten. Für die Besichtigung solltest Du mindestens eine Stunde einplanen. In der Ortschaft bieten Bäuerinnen selbstgepflückten Bergkräutertee zum Verkauf an. Einkehrmöglichkeit findest Du neben der Busstation. Von hier aus fährt halbstündlich ein alter Sowjetbus zurück nach Alaverdi. Achtung: Die letzte Verbindung Alaverdi – Jerewan geht um 16 Uhr! Die Reisefüchsin selbst kann nichts über den Sowjetbus berichten, da sie dessen Abfahrt um wenige Minuten verpasste. Gleichzeitig wollte die Reisefüchsin die letzte Verbindung nach Jerewan erreichen. Daher hat sie sich für Autostopp entschieden. Das ist in Armenien – insbesondere an entlegenen Orten – durchaus üblich. Die Chancen, dass bald jemand anhält, stehen hoch. Die Reisefüchsin kam als Solo-Stopperin heil und rechtzeitig in Alaverdi an. Aber sei Dir bewusst: Beim Trampen gibt es immer auch ein Risiko.

Infobox

Dauer: zwei Tage

Länge: 16 km

Schwierigkeit: leicht, auf und ab, aussichtsreich

Sicherheit: bei Regen gatschig, Schuhe mit Profil

Ausgangspunkt: Alaverdi Brücke

Endpunkt: Alaverdi Swojetbus Station

Beste Zeit: Frühling/Sommer

Proviant: Alaverdi, Sanahin, Anker, Haghpat

Einkehr: Haghpat, Alaverdi

Navigation: MAPS.ME oder HIKEAmenia beides offline, vorher downloaden natürlich

Anreise: Einzelfahrt 1.500 ADM / täglich aus Jerewan vom Hauptbusbahnhof mit der Marschrutka nach Alaverdi / genaue Abfahrtzeiten möglicherweise über die Yandex-Karte erfahrbar ODER – mein TIPP: um 8h am Bus Bhf sein und fragen, wann die nächste Maschrutka nach Alverdi abfährt. Wartezeiten können mit Frühstück im Café gegenüber dem Busbahnhof überbrückt werden.

Abreise: Einzelfahrt Alverdi-Wanadzor 600 AMD, Einzelfahrt Wanadzor-Alverdi 1.500 AMD. Den Fahrpreis bezahlst Du beim Einsteigen direkt an den Busfahrer. / letzte Verbindung nach Jerewan über Wanadzor um 16 Uhr.

Aus Haghpat fährt halbstündlich ein alter Sowjetbus nach Alaverdi. Achtung! Die letzte Verbindung nach Jerewan bereits um 16 Uhr.

Weiterreise: aus Alverdi gehen Maschrutkas

  • nach Achtala (historische Klosteranlage)
  • nach Wanadzor und weiter Jermuk

Übernachten: Pension in Sanahin und Anker / Kostenpunkt: 5.000 AMD

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